2016 Murenkatastrophe in Grins/Gurnau

Große Schäden durch eine Mure in Grins/Gurnau

Grins, 10. September 2016

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Am Samstag, den 10. September 2016 ist über den Bereich Dawin (Grins) ein heftiges Unwetter mit Hagelschlag niedergegangen. In der Folge sind an drei Stellen Muren abgegangen und die Größte davon - beim Mühlbach - verlegte die Sanna im Bereich Gurnau/Grins.

Geschätzte 50.000 m3 Geröll überfluteten den Bereich und richtete großen Schaden bei mehreren Betriebsgebäuden an. Die Sanna konnte nicht mehr frei fließen und dies hatte zur Folge, dass sich das Wasser über mehr als 100 m Richtung Osten aufstaute. Im Bereich Landeck floß fast kein Wasser mehr und das Bachbett trat hervor.  Da nicht ausgeschlossen werden konnte, ob durch diesen Rückstau nicht die Gefahr eines großen Wasserschwalles entstand, entschloss sich Gemeinde-Einsatzleitung daher einen Zivilschutzalarm für Landeck auszulösen und die Bevölkerung zu warnen. Diese Warnung wurde über die Leitstelle Tirol auch an den ORF Tirol weitergeleitet. Gleichzeitig wurde die Bevölkerung über die Facebook-Seite der Feuerwehr Landeck informiert. 

Vorsichtshalber mussten Gebäude im Gefahrenbereich evakuiert werden und insgesamt verbrachten 73 Personen die Nacht in einem Ersatzquartier in der Pontlatzkaserne. Die Feuerwehren Grins, Landeck, Pians, Zams, Stanz und Imst arbeiteten die ganze Nacht über, um die Schäden an den Gebäuden einzudämmen. Die Einsatzkoordination und Unterstützung für die Feuerwehreinsatzkräfte vor Ort übernahm die Bezirkszentrale Landeck.

Bei den täglichen Besprechungen der Einsatzleitung wurden als Hilfeleistung für die darauffolgenden Tage jew. Katastrophenzüge der Feuerwehren und anderer Einsatzorganisationen organisiert:

  • Samstag standen sämtliche betroffene Feuerwehren, ab Einsatzbeginn um 20:20 Uhr im Dauereinsatz
  • Sonntag halfen zwei Züge aus dem Paznaun und dem Stanzertal 
  • Montag wurde ein KAT-Zug aus dem Oberen Gericht mobilisiert.
  • Dienstag half ein KAT-Zug aus dem Bereich "Talboden Landeck"
  • Mittwoch wurde ein KAT-Zug aus verschiedenen Feuerwehren des Bezirkes zusammengestellt
  • Donnerstag kam ein KAT-Zug aus dem Bezirk Imst mit rund 55 Einsatzkräften
  • Freitag wurden wir durch einen KAT-Zug aus Reutte mit rund 60 Einsatzkräften unterstützt
  • Die gesamte Versorgung wurde durch das Rote Kreuz perfekt organisiert.
  • Das Bundesheer entsendete einen KAT-Zug mit 50 Mann, der dann ab Mittwoch um 40 Mann aufgestockt wurde

Eingesetzte Mannschaften der Feuerwehren:

Zuammenfassend kann man festhalten, dass bei diesem Einsatz von Einsatzbeginn bis -Ende an sechs Tagen 817 Mann mit 151 Fahrzeugen der Feuerwehren aus drei Bezirken im KAT-Einsatz standen und den Betroffenen halfen. Die tägliche Einsatzdauer der Feuerwehren betrug jew. rund 10 Stunden, was einer Gesamtarbeitsleistung von 8.170 Mannstunden entspricht. Die Einsatzleitung traf sich täglich und wurde während der gesamten Einsatzdauer von den Mitarbeitern der BZ Landeck (Bezirkszentrale) in der Koordination unterstützt. Sämtliche Arbeiten der Feuerwehr hier aufzuführen würde den Rahmen sprengen. Die unten angeführte Bilderserie sollte einen kleinen Einblick in die Hilfsarbeiten geben.

Lagedarstellung mit Contwise-Lisa

Eine große Hilfe stellte - nach dem KAT-Einsatz in See 2015 - einmal mehr die neue Lagedarstellungs-Software "Contwise-Lisa" dar. Mit Hilfe des Programmes wurde die Einsatzsituation bzw. -Lage dargestellt und laufend angepasst. Damit alle Einsatzkräfte und Organisationen immer auf dem gleichen Informationsstand sind, wurde kurzfristig auch den Hilfskräften des Bundesheeres und den KAT-Zügen aus den Nachbarbezirken ein temporärer Zugang geschaffen. Der kombinierte Einsatz und der Dialog von PC/Notebook, BOS-Digitalfunk und Handy auf einer Plattform für alle Feuerwehren des Bezirkes, mit Einbindung der einsatzrelevanten Daten des Leitstellenrechners der Leitstelle Tirol bot eine ortsunabhängige, gleichzeitige, vollständige und transparente Information, an der alle einsetzten Mannschaften, die Gemeinden und die Bezirkshauptmannschaft bei diesem Einsatz teil haben konnten. 

Fotos: (c) Feuerwehr Landeck

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