Landeck - DIE Tunnelfeuerwehr

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LKW-Brand im Arlbergtunnel

Der Bezirk Landeck umfaßt mit Stand 2012 ca. 70 " Tunnelkilometer" (So viel wie kein anderer Bezirk in Österreich). Die Stadtfeuerwehr Landeck hat deshalb als "Stützpunktfeuerwehr" spezielle Ausrüstungsgegenstände für Einsätze in Tunnelanlagen. Gerade diese Einsätze stellen höchste physiologische und psychologische Anforderungen an den einzelnen Feuerwehrmann. Laufende Übungen, intensives Training (angepasst an diese Einsatzsituation) und eine fundierte Ausbildung der entsprechenden Feuerwehrmänner sind Grundvoraussetzungen für die Bewältigung dieser extrem gefährlichen Einsätze.

Filmclips von Tunneleinsätzen/-übungen der Feuerwehr Landeck:

Weitere Berichte (und Fotos) von Tunneleinsätzen finden Sie unter dem Punkt [ Einsätze ]
Einen kurzen Bericht über das Tunnellöschtraining im IFA in Balsthal (Schweiz) sehen Sie hier: [ weiter ...]


Besondere Schwierigkeiten im Tunneleinsatz:

Im Brandfall ist die Sicht gleich "Null" und die Tunnelbelüftungen (egal ob Längs- oder Querbelüfungssysteme) sind nicht (!) in der Lage den entstehenden Rauch abzusaugen. Die Mannschaft muss sich im Schritttempo der Einsatzstelle nähern und hat keine Ahnung, was sie im Tunnel erwartet !
Folgende Erfahrungs- und Testwerte gelten beim Zurücklegen von 100 m im Tunnel:

  • Vorgehen unter schwerem Atemschutz (zB mit SSG-Geräten): 5 Minuten
  • Vornahme einer Wasserleitung (C-Rohr): 10 Minuten
  • Rettung von Verletzten: 15 Minuten

Diese Werte sind aufgrund unserer eigenen Erfahrungen sicher realistisch!


Die Reaktionen der im Tunnel eingeschlossenen Personen sind nicht vorhersehbar es müssen spezielle Sauerstoff-Regenerationsgeräte (SSG) getragen werden, in denen die Atemluft auf ca. 90 Grad (!) erhitzt und eingeatmet wird.

In den meisten einspurigen Tunnels gibt es keine Fluchtmöglichkeiten quer zur Fahrtrichtung (es muß auch mit "Geisterfahrern" gerechnet werden)

Im Brandfall entsteht an der Tunneldecke eine Temperatur von ca. 1000 bis 1200 Grad-C und es muss mit Betonabplatzungen gerechnet werden (Dabei fallen z.T. tonnenschwere Betonstücke auf die Fahrbahn).

Wenn aufgrund der großen Hitzeentwicklung die "Funkschiene" schmilzt (wie zB beim "Pfändertunnel-Unfall"), dann ist eine Kommunikation mit der Einsatzmannschaft im Tunnel nur mehr schwer ("nur in eine Richtung") oder gar nicht mehr möglich.

Die Mannschaft im Tunnel ist auf sich alleine gestellt. Alle Arbeiten, die durchgeführt werden müssen (Erkundung der Einsatzstelle, Aufbau Brandschutz, Menschenrettung, Bedienung der Hydraulischen Rettungsgeräte, Wasserversorgung herstellen, Beleuchtung aufbauen, Explosionsgrenzen messen, u.v.m.), sind von nur wenigen Leuten ohne Hilfe von außen unter äußerst schwierigen und lebensgefährlichen Bedingungen zu bewerkstelligen (!!!)

Die Orientierung und das "Zeitgefühl" geht bei starker Rauchentwicklung für den einzelnen Feuerwehrmann sehr schnell verloren. Es ist eine ENORME physische und psychische Belastung für jeden, der in einen verrauchten Tunnel hineingeht! Letztendlich muss man sich eingestehen, dass bei einem "Tunnel-GAU" die Feuerwehr nicht einfach hineinspaziert und nach einer halben Stunde alle Eingeschlossenen wieder gesund nach außen bringt! Für jene, denen die Flucht aus dem Tunnel nicht schnell gelingt, ist die Wahrscheinlichkeit zu überleben leider sehr gering (siehe Pfändertunnel mit 3, Tauerntunnel mit 12 und Mont-Blanc-Tunnel mit 40 Toten).

Spezielle Ausrüstungsgegenstände für Tunneleinsätze

  • 2 Tunnelfahrzeuge (siehe Bilder oben); Mannschaftsstärke dadurch 14 Mann (jew. mit SSG ausgerüstet) [mehr ...]
  • 1 LUF 60 (Luft-Unterstützungs-Fahrzeug) [mehr ...]
  • 1 Schweres Rüstfahrzeug mit div. Bergeausrüstung [mehr ...]
  • 1 Körperschutzfahrzeug mit 5 SSG-Geräten und 9 "Twin-Pack-Geräten" für die Rettungstrupps [mehr ...]
  • 3 tragbare Infrarotkameras (Wärmebildkameras) für die Orientierung bei Rauchentwicklung
  • 2 fix am Tunnelfahrzeug montierte Infrarotkameras, mit Bildübertragung für Fahrer und Beifahrer
  • 12 SSG-Geräte zur Reserve bzw. Nachlieferung
  • 25 Atemschutz-Funkgeräte (70cm Band) für eine bessere Kommunikation in Tunnelanlagen
  • Beleuchtungsgeräte (exgeschützte Hand- oder Helmlampen) für die persönliche Ausrüstung
  • 3 Hydraulische Sätze Rettungsgeräte (mit je 1 Bergeschere, Spreizer u. Hydr.-Zylinder) für Verkehrsunfälle
  • 2 vom Innenraum des Fahrzeuges steuerbare Wasserwerfer (zum Schutz der Mannschaft im Brandfall)
  • Schaum- und Lightwaterausrüstung im Fall von brennbaren Flüssigkeiten (zB Benzin oder Diesel)
  • Außenbelüftete schwere Schutzanzüge (Schutzstufe 3) mit Versorgungswagen für Gefährliche-Stoffe-Einsätze
  • Schwere Hitzeschutzanzüge für hohe Temperaturbelastungen
  • Meßwerkzeuge (zur Messung der Zündgrenzen bei Explosionsgefahr)
  • Sauerstoff-Konzentrationswarngerät
  • Explosionsgeschützte Geräte, Verkabelungen und Funkenfreies Werkzeug
  • Gefahren-Gut-Fahrzeug mit Ausrüstung (Fahrzeug darf im Brandfall allerdings nicht in den Tunnel einfahren ! )
  • uvm.
  • Tunneleinsätze aus der Sicht der Feuerwehr Landeck (PDF-Dokument)


Die Feuerwehr Landeck hat derzeit über 100 ausgebildete aktive "Atemschutzträger"
und davon besitzen 90 Kameraden eine SSG-Ausbildung und sind damit berechtigt,
diese speziellen Geräte zu tragen !! Die in Summe 31 SSG-Geräte sind damit theoretisch 3 mal besetzt.

 

tunnel-strengenBrand einer Baumaschine im Strenger Tunnel

Brand eines Wohnwagengespannes im Strenger Tunnel
Brand eines Wohnwagengespannes im Strenger Tunnel

LKW-Unfall im Perjentunnel
LKW-Unfall im Perjentunnel

Gefahrenstoffübung im Strenger Tunnel
Gefahrstoffübung im Pianner Tunnel

PKW/LKW-Unfall im Perjentunnel
Verkehrsunfall im Perjentunnel

Der Tunnelrettungszug der ÖBB ist in Landeck stationiert
Tunnelübung mit Tunnelrettungszug im Zammer Bahntunnel

IMG 6426Tunnellöschtraining im IFA, Balsthal (Schweiz)

eines von zwei RLF-T für den Tunneleinsatz
Tunnelfahrzeug RLF-T3000 (Tunnel 1)

Tunnelübung im Pianner Tunnel

   

 

 

 

 

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